Urin-pH
Urin ·Auch genannt: pH, Urin-pH, Harn-pH
Was es ist
Der pH reicht von sauer im unteren Bereich über neutral bei 7 bis basisch im oberen. Der Urin-pH spiegelt Fütterung, Standzeit der Probe, das Vorhandensein von Bakterien und den Säure-Basen-Zustand des Körpers wider.
Warum die Tierarztpraxis den Wert bestimmt
Kristall- und Steinbildung hängen vom pH ab. Struvit entsteht in basischem Urin und löst sich bei Ansäuerung auf; Kalziumoxalat entsteht in saurem Urin und lässt sich nicht auflösen, sondern nur entfernen. Der pH steuert damit sowohl Vorbeugung als auch Behandlung.
Was ein hoher Wert bedeuten kann
- Ein Harnwegsinfekt mit Bakterien, die Harnstoff spalten und den Urin basisch machen
- Eine Probe, die zu lange bei Raumtemperatur gestanden hat
- Vegetarische oder getreidereiche Fütterung
- Bestimmte Störungen der Nierenkanälchen
Was ein niedriger Wert bedeuten kann
- Normale, fleischbasierte Fütterung
- Ansäuernde Spezialdiäten, oft zur Auflösung von Struvit verordnet
- Metabolische Azidose bei Erkrankung
- Längeres Hungern
Unterschiede zwischen Hund und Katze
Struvitsteine bei Katzen sind meist steril und fütterungsbedingt, beim Hund dagegen meist Folge eines Harnwegsinfekts — ein basischer pH beim Hund führt deshalb zur Urinkultur, bei der Katze zur Futterüberprüfung. Kalziumoxalat ist in den letzten Jahren bei beiden Arten häufiger geworden.
Fragen, die sich in der Sprechstunde lohnen
- Wie schnell nach der Gewinnung wurde die Probe untersucht?
- Gegen welche Steinart müssen wir angesichts pH und Kristallbefund vorbeugen?
- Muss das Futter geändert werden?
Verwandte Begriffe
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