Cholesterin
Klinische Chemie ·Auch genannt: Cholesterin, CHOL, Gesamtcholesterin, Blutfette
Was es ist
Cholesterin wird in der Leber gebildet und aus dem Futter aufgenommen. Hunde und Katzen entwickeln nicht die cholesterinbedingte Gefäßerkrankung, die die Humanmedizin prägt, weshalb der Wert im Tierprofil ganz anders interpretiert wird.
Warum die Tierarztpraxis den Wert bestimmt
Ein dauerhaft hohes Cholesterin bei einem Hund mit stumpfem Fell, Gewichtszunahme und wenig Energie ist einer der klassischen Hinweise auf eine Schilddrüsenunterfunktion. Es begleitet außerdem Cushing-Syndrom, Diabetes und eiweißverlierende Nierenerkrankungen.
Was ein hoher Wert bedeuten kann
- Schilddrüsenunterfunktion beim Hund — einer der beständigsten Befunde dieser Erkrankung
- Eine kürzliche Mahlzeit, wenn nicht nüchtern entnommen wurde
- Cushing-Syndrom oder Kortisonbehandlung
- Diabetes mellitus
- Eiweißverlierende Nierenerkrankung oder verminderter Gallenfluss
- Zwergschnauzer und einige andere Rassen mit vererbter Neigung zu hohen Blutfetten
Was ein niedriger Wert bedeuten kann
- Leberversagen oder ein portosystemischer Shunt
- Eiweißverlierende Darmerkrankung
- Hypoadrenokortizismus (Morbus Addison) beim Hund
- Länger bestehende Mangelernährung
Unterschiede zwischen Hund und Katze
Der Zusammenhang mit der Schilddrüsenunterfunktion ist eine Hundegeschichte — Katzen entwickeln sie von selbst kaum. Bei Katzen spricht ein hohes Cholesterin eher für Diabetes, eine kürzliche Mahlzeit oder eine vererbte Fettstoffwechselstörung.
Fragen, die sich in der Sprechstunde lohnen
- War mein Tier zwölf Stunden nüchtern vor der Entnahme?
- Sollten wir wegen dieses Werts die Schilddrüse testen?
- Neigt die Rasse meines Tieres zu hohen Blutfetten?
Verwandte Begriffe
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