Lipämie
Grundbegriffe ·Auch genannt: Lipämie, lipämische Probe, milchiges Blut, hohe Blutfette
Was es ist
Nach einer Mahlzeit zirkulieren mehrere Stunden lang triglyzeridreiche Partikel und trüben das Plasma. Das Labor stuft die Lipämie bei jeder Probe ein und markiert die bekanntermaßen betroffenen Werte, denn die Störung ist optisch und nicht biologisch.
Warum das wichtig ist
Lipämie kann Hämoglobin, MCHC, Gesamteiweiß, Bilirubin und Kalzium falsch anheben und den Natriumwert senken. Eine milchige Probe kann also bei einem völlig gesunden Tier eine ganze Seite auffälliger Zahlen erzeugen — deshalb ist eine nüchterne Wiederholung meist die erste Reaktion.
Worauf das hindeuten kann
- Eine Mahlzeit innerhalb von etwa zwölf Stunden vor der Entnahme — mit Abstand der häufigste Grund
- Eine vererbte Neigung zu hohen Blutfetten, am besten beim Zwergschnauzer bekannt
- Schilddrüsenunterfunktion beim Hund, Diabetes oder Cushing-Syndrom
- Bauchspeicheldrüsenentzündung
- Bestimmte Medikamente, darunter Kortison
Unterschiede zwischen Hund und Katze
Anhaltende Lipämie bei einem nüchternen Hund wirft die Frage nach einer vererbten Fettstoffwechselstörung oder einer Schilddrüsenunterfunktion auf, und beim Zwergschnauzer besteht ein echtes Risiko für Bauchspeicheldrüsenentzündungen. Bei Katzen ist sie seltener und spricht eher für einen schlecht eingestellten Diabetes.
Fragen, die sich in der Sprechstunde lohnen
- Wie lange war mein Tier vor dieser Probe nüchtern?
- Welche dieser Werte wurden durch die Lipämie beeinflusst?
- Sollten wir das Profil nüchtern wiederholen?
Verwandte Begriffe
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