Hämolyse
Grundbegriffe ·Auch genannt: Hämolyse, hämolytische Probe, Erythrozytenzerfall
Was es ist
Zerreißen rote Blutkörperchen, tritt Hämoglobin aus und färbt das Plasma rosa bis rot. Das Labor stuft den Grad der Hämolyse bei jeder Probe ein, denn sie verzerrt mehrere Werte, unabhängig davon, ob das Tier krank ist.
Warum das wichtig ist
Hämolyse im Röhrchen hebt Kalium, Phosphor, AST, Bilirubin und MCHC falsch an und kann ein gesundes Tier in die Abklärung eines nicht existierenden Problems schicken. Hämolyse im Körper ist dagegen eine ernste Erkrankung — die immunvermittelte hämolytische Anämie gehört zu den häufigeren Notfällen beim Hund.
Worauf das hindeuten kann
- Eine schwierige oder langsame Blutentnahme, eine zu dünne Kanüle oder eine beim Transport geschüttelte Probe — die häufigste Ursache und kein Gesundheitsproblem
- Eine Probe, deren Zellen zu spät vom Plasma getrennt wurden
- Immunvermittelte hämolytische Anämie, bei der der Körper eigene rote Blutkörperchen zerstört
- Gifte — Zwiebel, Knoblauch, Zink aus einer verschluckten Münze oder Paracetamol bei Katzen
- Manche Infektionen, darunter bestimmte durch Zecken übertragene Erkrankungen und feline Hämoplasmen
Unterschiede zwischen Hund und Katze
Katzen bilden leichter Heinz-Körperchen, deshalb zerstören Zwiebel, Knoblauch, Paracetamol und Propylenglykol Katzenerythrozyten schneller als Hundeerythrozyten. Beim Hund ist die immunvermittelte Zerstörung die häufigere Ursache einer Hämolyse, die tatsächlich im Körper stattfindet.
Fragen, die sich in der Sprechstunde lohnen
- War das Hämolyse im Röhrchen, oder baut mein Tier wirklich rote Blutkörperchen ab?
- Sollten die betroffenen Werte an einer frischen Probe kontrolliert werden?
- Sind die Schleimhäute blass oder gelblich?
Verwandte Begriffe
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